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Unsere Kirchen

Unsere beiden Kirchen stehen sich wie zwei Pole im Abstand von ca. 4 km Luftlinie gegenüber - in Rod am Berg und Dorfweil.

Die Kirche aus Rod am Berg geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Auf ihrer Anhöhe ist sie ein ruhender Pol in bewegter jahrhundertelanger Geschichte. Das Innere wurde Anfang der 80-er Jahre umgestaltet und zum richtungweisenden Pilotprojekt: Als sakraler Gottesdienstraum und zugleich Haus der Gemeinde ist die Kirche heute dienstbar für vielgestaltige gemeindliche Aktivitäten.

Die Kirche in Dorfweil wurde 1906 erbaut. Zum 100. Kirchenjubiläum schrieb unser „Alt-Pfarrer“ Alfred Mudersbach:

„Unübersehbar mit ihrem schlanken Turm ragt sie in den Himmel.
Sie ist gut geerdet und zugleich gut gehimmelt.
Im Inneren erwartet den Besucher ein wahres Kleinod.
Der Blick fällt auf das leuchtende Fenster im Chorraum.
Es hat die Form eines Kreuzes.
Seine leuchtenden Farben verbreiten Trost, Freude und Frieden: Komm und sieh!"

Die Dorfweiler Kirche ist traditionell mit 20 Bänken zum Altarraum gewandt ausgestattet. Insgesamt finden im Kirchenschiff und auf der Empore ca. 180 Personen Platz. Der helle und freundliche Innenraum verleiht der Dorfweiler Kirche eine feierliche und angenehme Atmosphäre. Die Akustik is so gut, dass man zu Zeiten des Dorfweiler Gesangsvereins sogar Schallplattenaufnahmen in ihr gemacht hat.

Bis 1925 hatte die Dorfweiler Kirche noch keine Glocke. Erst am 20. September 1925 werden zwei neue Glocken geweiht. Sie sind Eigentum der Zivilgemeinde. Am 4. März 1942 muss Dorfweil Abschied von seiner größten Glocke nehmen. Sie wird zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Zurück bleibt die Glocke "Arthur". Am 31. Dezember 1950 wird eine neue Glocke mit Namen "Johanna" geweiht. 1968 erhält Dorfweil eine dritte Glocke, die am Heiligen Abend geweiht wird, leider ist deren Namen unbekannt.

In Rod am Berg wird jeden Sonntag Gottesdienst gefeiert, in Dorfweil 14-tägig.

Die Anfangszeiten – 09.30 Uhr und 10.30 Uhr – wechseln monatlich.


Geschichte Dorfweiler Kirche

Um die Jahrhundertwende entsteht der Wunsch der Dorfweiler, die zu dieser Zeit den beschwerlichen Weg zum Gottesdienst nach Rod am Berg auf sich nehmen müssen, eine eigene Kirche zu bauen. Unter Bürgermeister Johann Phillip Löw beginnen die Planungen, aber es fehlen zunächst die finanziellen Mittel.

Die Zivilgemeinde steuert 4000 Mark und das Bauholz bei, die Bezirkssynode bewilligt einen Zuschuss von 800 Mark und die Spendenbereitschaft der Dorfweiler ist hoch. Ein Gnadengeschenk des Kaisers wird aber nicht gewährt. Auch kann die kleine Kirchengemeinde Rod am Berg eine zweite Kirche nicht unterhalten und so wird nach längerem Hin und Her der ganze Kirchenbau an die Zivilgemeinde übertragen.

Architekt Ludwig Löw, Sohn von Philipp Löw und nachfolgender Bürgermeister, ist für Planung und Bauleitung zuständig. Am Sonntag, den 9. Juli 1905 erfolgt die Grundsteinlegung. Ein Jahr später, am 26. August 1906 wird die Dorfweiler Kirche geweiht. 1910 sammelt Pfarrer Burmeister Spenden, ein Ofen wird angeschafft. 1914 geht in der Kirche das elektrische Licht an. Während des ersten Weltkrieges werden die Orgelpfeifen eingezogen, die durch Zinkpfeifen ersetzt werden.

Die Dorfweiler Kirche übersteht den 2. Weltkrieg unversehrt. Ab 1941 finden in der Dorfweiler Kirche Konfirmationen statt (Ausnahme 1945 wegen Fliegergefahr).

1947 - da die Zivilgemeinde die Kosten nicht tragen kann, wird die Kirche von der Kirchengemeinde innen renoviert. 1956 ist 50-jähriges Kirchenjubiläum, die Zivilgemeinde lässt die Kirche total erneuern. Sie wird nun von außen verputzt, das Dach wird neu gedeckt und die Kirchentreppe erhält ein neues Geländer. Am 15. Juli 1966 wird das Kirchengebäude der Kirchengemeinde übertragen, da der Zivilgemeinde die finanziellen Mittel fehlen.

1967 wird die Kirche abermals renoviert. Dach und Turm werden neu gedeckt, der Wetterhahn neu vergoldet, das Turmkreuz neu gestrichen. Die Mauern werden trockengelegt, wobei man auf den Grundstein stößt, der in die Wand, links vom Chorraum eingesetzt wird. Die Kirche erhält einen neuen Anstrich und es wird eine elektrische Läuteanlage angeschafft. Im Zuge dieser Renovierung lässt die Zivilgemeinde eine neue Turmuhr aufstellen. Die alte wird später, anlässlich des 100-jährigen Kirchenjubiläums aufgearbeitet und steht nun als Blickfang in der Kirche.

1970/71 - die Kirche wird innen renoviert und eine Heizung wird eingebaut, die Orgel überarbeitet.
1981 feiert die Gemeinde mit Pfarrer Mudersbach das 75-jährige Jubiläum.
1996 ist 90-jähriges Jubiläum mit Pfarrer Eichner, die Orgel wird renoviert und die alten Zinkpfeifen werden durch neue Zinnpfeifen ersetzt.
1999 - Dach und Turm werden abermals neu gedeckt, die Kirche erhält einen neuen Anstrich.
2006 - das 100-jährige Kirchenjubiläum wird mit Pfarrer Eichner gefeiert.
2011 - die defekte Kirchenuhr wird durch eine neue, programmierbare Funkuhr ersetzt.
           Von nun an kann per Fernsteuerung geläutet werden.

Geschichte der Kirche Rod am Berg


Geschichte des Pfarrhaus Rod am Berg